REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2018

Soja (Futtermittel)

Im Unterschied zu anderen Rohstoffen wie Palmöl oder Kakao wird Soja nicht direkt in den PRO PLANET-Produkten verarbeitet, sondern dient als Eiweißquelle in Futtermitteln.

Für die REWE Group wird eine Vielzahl von Eigenmarkenprodukten hergestellt, die Rohstoffe wie Milch, Eier und Fleisch von Nutztieren beinhalten. Sojaschrot spielt in der Fütterung der Nutztiere eine wichtige Rolle zur Eiweißversorgung.

Produkte mit dem PRO PLANET-Label tragen die Zusätze „Futtermittel umweltschonender angebaut“ und/oder „Ohne Gentechnik“.

Bei diesen Produkten spielt Soja als Futtermittel eine Rolle (Beispiele):

Eier

Milch

Hähnchen


Hot Spot: Anbau

Herausforderungen beim Anbau von Soja

Umwelt

Anbau von Soja als Futtermittel erfolgt häufig in Übersee in Monokulturen unter Einsatz umstrittener gentechnisch veränderter Pflanzen.
Das führt zu:

  • einer intensiven Verwendung von Pflanzenschutzmitteln mit folgender Gewässerverschmutzung,
  • dem Verlust ökologisch wertvoller Flächen durch direkte sowie indirekte Landnutzungsänderungen und
  • der Freisetzung des in den Böden gespeicherten CO2.
Sozial
  • Verdrängung kleinbäuerlicher Strukturen
  • Gesundheitliche Risiken für umliegende Landbevölkerung und Arbeiter durch den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln

Engagement der REWE Group

  • Die REWE Group veröffentlichte im Jahr 2013 die Leitlinie für Soja als Futtermittel, in der die REWE Group das Ziel formuliert, dass die Sojafütterung als Eiweißquelle in der Produktion von Milch- und Molkereiprodukten, Eiern sowie Fleischprodukten insgesamt nachhaltiger und verantwortungsvoller wird durch:
    • Verzicht auf gentechnisch veränderte Futtermittel,
    • die schrittweise Reduktion des Anteils an südamerikanischem Sojaschrot und die Erhöhung des Anteils europäischer Eiweißfuttermittel.
  • In Deutschland können gentechnikfreie Lebensmittel durch den Verband Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG) gekennzeichnet werden. Die REWE Group in Deutschland ist seit 2012 Mitglied des VLOG.
  • Seit Anfang 2013 hat die REWE Group alle Lieferanten von Frischhähnchen-Artikeln mit dem PRO PLANET-Label dazu verpflichtet, bei der Fütterung der Tiere auf gentechnisch verändertes Soja zu verzichten.
  • Das Frischei-Sortiment der REWE Group in Deutschland und Österreich ist im Jahr 2016 frei von gentechnisch verändertem Futtermittel.
  • Seit 2018 sind auch Frisch- und H-Milch in Deutschland und Österreich frei von Gentechnik, da in der Tierfütterung der Milchkühe konsequent kein gen-technisch verändertes Futtermittel eingesetzt wird.
  • Seit 2016 besteht eine Eiweißpartnerschaft mit dem Verein Donau Soja zur Förderung des gentechnikfreien Sojabohnenanbaus. Daraus entstand 2017 und 2018 ein gemeinschaftliches Projekt in der Zupanja-Region in Kroatien: Den Landwirten vor Ort wurden kostenfreie Unterstützung und Trainings an-geboten, um eine biologische Sojaproduktion in der Region zu fördern.
  • Um die Biodiversität in der Cerrado-Region im Südosten Brasiliens zu schützen, unterzeichnete die REWE Group das Cerrado Manifesto Statement of Support (SoS). Das SoS zielt darauf ab, die Entwaldung und den Verlust einheimischer Vegetation im Cerrado zu stoppen und eine widerstandsfähigere Landwirtschaft und nachhaltige Raumplanung in der Region zu fördern.
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Anbau

Verarbeitung zu Sojaschrot

Transport

Lebensmittel- und Nutztierproduktion

Markt

Die Lieferkette von Soja als Grundlage für Futtermittel

  1. Sojabohnen werden überwiegend in großen Monokulturen angebaut. Sie liefern hohe Eiweißmengen pro Hektar und gehören zu den wirtschaftlichsten landwirtschaftlichen Produkten (zum Hot Spot).
  2. Nach der maschinellen Ernte werden die Sojabohnen in Sojamühlen gepresst und in Öl und Schrot getrennt. Das Sojaschrot wird per Lkw zum Exporthafen transportiert.
  3. Per Schiff wird Sojaschrot zumeist als Schüttgut nach Europa (beispielsweise Rotterdam) transportiert und geht von dort zur Weiterverarbeitung als Futtermittel in ein Mischfutterwerk.
  4. Sojaschrot wird nahezu vollständig als eiweißreicher Bestandteil in der Fütterung von Nutztieren – insbesondere in der Geflügel- und Schweinehaltung – verwendet. Zudem wird Soja auch im Futtermittel für die Herstellung von Milch- und Molkereiprodukten sowie Eiern verwendet.
  5. In den Märkten der REWE Group werden unter anderem Eier, Geflügel- und Schweinefleisch und Produkte mit Eianteil vermarktet, bei denen Soja als Futtermittel verwendet wurde.

Die USA, Brasilien und Argentinien sind die führenden Anbauländer von Sojabohnen weltweit.

(Erntemenge 2017/2018)
soja_de 37,5 Mio. t Argentinien 119,5 Mio. t USA 119,0 Mio. t Brasilien
soja_m 119,5 Mio. t USA 119,0 Mio. t Brasilien 37,5 Mio. t Argentinien
Deckung des Eiweißbedarfs für Futtermittel (Anteile nach Herkunft in Prozent)
aus deutscher Landwirtschaft 1.29
aus Importen – Sojaschrot 1.76
aus Importen – Sonstige 0.61
in Mio. Tonnen Rohprotein
Erntemenge der führenden Anbauländer von Sojabohnen weltweit in Mio. Tonnen (2018/19)
USA 116.48
Brasilien 118
Argentinien 56
China 14.1
in Millionen Tonnen

Von 27 auf 269 Millionen Tonnen pro Jahr stieg die Sojaproduktion in den letzten 50 Jahren.

65%

Die Eiweißlücke – Eiweiß für Futtermittel wird in Deutschland zu 65 Prozent importiert.

80 Prozent Sojaschrot und 20 Prozent Sojaöl werden bei der Pressung gewonnen.

94.1%

der weltweit angebauten Sojabohnen sind gentechnisch verändert (2017).

128.34

Mio. Hektar
Die weltweit benötigte Ackerfläche für den Anbau von Soja als Futtermittel wächst stetig: Waren es 1997 noch 67 Millionen Hektar, so sind es 2018/19 bereits 128,34 Millionen Hektar.

Alle nicht REWE Group-spezifischen Kennzahlen wurden aus allgemeinen Fachpublikationen entnommen.

Weitere Lieferketten

Bananen

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Natursteine

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Baumwolle

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Palmöl

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