REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2017

Nachhaltigen Konsum fördern

GRI 417: Marketing und KennzeichnungManagementansatz

Die Förderung des Konsums nachhaltiger Produkte und Dienstleistungen ist ein wichtiges Element der REWE Group-Nachhaltigkeitsstrategie. Damit nachhaltigere Sortimente erfolgreich sind, muss der soziale oder ökologische Mehrwert für die Kunden verständlich und glaubwürdig sein. Dabei ist zu beachten, dass auch andere Kriterien wie der Preis, die Qualität und die Frische bei der Kaufentscheidung eine Rolle spielen. Dem Handel kommt dabei eine wichtige Mittlerfunktion zu. Denn ohne ausreichende Nachfrage und Preisbereitschaft seitens der Kunden geraten verantwortungsvolle Anbieter schnell in eine wirtschaftliche Schieflage, und ohne ein breites nachhaltiges Warenangebot kann kein Konsument ethisch handeln. Die REWE Group hat es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, Nachhaltigkeit aus der Nische in den Massenmarkt zu bringen.

Im Rahmen ihrer Nachhaltigkeitskommunikation setzt die REWE Group verschiedene Maßnahmen um, die darauf abzielen, eine informierte Kaufentscheidung zu ermöglichen und die Konsumenten für nachhaltigere Produkte und Dienstleistungen zu begeistern. Glaubwürdigkeit, Transparenz und eine zielgruppenspezifische Ansprache sind dabei wichtige Prinzipien der Kommunikation.

Nachhaltigkeitsbewusstsein stärken

Die REWE Group verfolgt das Ziel, nachhaltigen Konsum zu fördern und „raus aus der Nische“ zu bringen. Dazu gehört auch, ihre Kunden für das Thema Nachhaltigkeit zu begeistern und sie für Nachhaltigkeitsthemen in ihrem Alltag zu sensibilisieren.

Nachhaltigkeitswochen

Ein wesentliches Instrument sind dabei die Nachhaltigkeitswochen der REWE Group. In festgelegten Aktionszeiträumen sprechen die unterschiedlichen Vertriebslinien ihre Kunden zum Thema nachhaltiger Konsum im Kontext eines übergeordneten gesellschaftlichen Themas an, wie beispielsweise bewusster Ernährung, Regionalität oder sozialem Engagement. In der Mitmachaktion zum sozialen Engagement bei REWE können Kunden Produkte von langer Haltbarkeit den örtlichen Tafeln spenden. Ziel ist es hier, zum Handeln anzuregen und die oft abstrakten Nachhaltigkeitsthemen an einem konkreten Beispiel erlebbar zu machen. Außerdem werden die nachhaltigeren Produkte der Vertriebslinien inklusive Markenprodukten in diesen Aktionszeiträumen verstärkt beworben. So schafft die REWE Group Bewusstsein für Nachhaltigkeit bei der Kaufentscheidung und sensibilisiert ihre Kunden für verantwortungsvollen Konsum. Im Jahr 2017 haben REWE und PENNY jeweils drei Nachhaltigkeitswochen durchgeführt, ebenso wie auch schon in den Jahren 2016 und 2015. Auch toom Baumarkt hat 2017 drei Nachhaltigkeitswochen veranstaltet. Im Vordergrund standen die Themen Arten- und Klimaschutz, Upcycling und Inklusion. Bei der REWE Group in Österreich standen die jährlichen Nachhaltigkeitswochen unter dem Motto „Blühendes Österreich“.

Deutscher Nachhaltigkeitspreis

Die REWE Group vergibt jedes Jahr gemeinsam mit der Stiftung Deutscher Nachhaltigkeitspreis e. V. den Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie „Deutschlands nachhaltigste Produkte“.

Bei der Nominierung arbeitet die REWE Group mit dem Collaborating Centre on Sustainable Consumption and Production (CSCP) in Wuppertal zusammen. Das Institut wertet die eingereichten Produkte wissenschaftlich aus und prüft dabei die produkt- und unternehmensbezogenen Nachhaltigkeitsleistungen. Anschließend werden die Produkte von der Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises bestätigt. Über die Gewinner stimmen die Verbraucher in einem Online-Voting ab.


Gewinner 2017: GEPA Bio Café Orgánico

Kundenkommunikation

Um die Verbraucher für ihr Nachhaltigkeitsengagement zu sensibilisieren und für nachhaltigen Konsum zu begeistern, führen die Vertriebslinien der REWE Group nachhaltigkeitsbezogene Maßnahmen zur Kundenkommunikation durch. Auch im Berichtszeitraum nutzte PENNY in der Nachhaltigkeitskommunikation die bekannte Janosch-Figur „Günter Kastenfrosch“. Unter dem Motto „grün sparen“, „grün genießen“ und „grün engagieren“ informiert der sympathische Nachhaltigkeitsbotschafter verständlich und ohne erhobenen Zeigefinger über die Vorteile von Nachhaltigkeit für Umwelt, Gesellschaft und die Kunden selbst. Wesentlicher Bestandteil der Kundenkommunikation von PENNY ist das Engagement gegen Lebensmittelverschwendung. So gibt der Discounter seinen Kunden Tipps zur richtigen Einkaufsplanung, korrekten Lagerung von Lebensmitteln und optimalen Resteverwertung an die Hand. In 2017 wurde hierfür erstmals eine Influencer-Kampagne mit YouTube-Bloggern und dem Koch Michael Schieferstein umgesetzt, um insbesondere die junge Zielgruppe für das Thema Lebensmittelverschwendung zu sensibilisieren.

Bei REWE stand unter anderem das Thema Regionalität im Mittelpunkt einer bundesweiten Kampagne. Mit einem Fernsehspot wurden Kunden reichweitenstark angesprochen. Die Märkte spielten eine zentrale Rolle bei der Kampagne: Überall in Deutschland engagieren sich REWE-Marktleiter und -Kaufleute für Regionalität. Gemeinsam mit ihren Teams und den Erzeugern aus der Region präsentierten sie vor allem während des Kampagnenzeitraums auf kreative Weise regionale Produkte und führten zahlreiche lokale Aktionen durch. Diese reichten von Verkostungen regionaler Produkte über themenbezogene Kinder-Bastel- und Kochaktionen bis hin zu Bauernmärkten auf den Parkplätzen und Besuchen bei örtlichen Erzeugern.

Zudem hat REWE zusammen mit dem NABU im September 2017 die „Aktion Biotonne Deutschland“ gestartet. Ziel der Aktion ist es, die Menschen für den Wertstoff Kompost zu sensibilisieren. Wie können Küchenabfälle besser verwertet werden und wie hilft richtige Mülltrennung der Umwelt? Diese Botschaften wollten NABU und REWE bei der Aktion Biotonne Deutschland vermitteln. Die bundesweite Kampagne wurde zudem unterstützt von Bundesumweltministerium, Entsorgerverbänden sowie Städten, Gemeinden und Landkreisen in ganz Deutschland.

GRI 417-1 Grundsätze und Verfahren zur Produktkennzeichnung

Die Produkte der REWE Group werden im Rahmen der gesetzlichen Anforderungen hinsichtlich ihrer Herkunft, Zusammensetzung und Nutzung (zum Beispiel durch das Mindesthaltbarkeitsdatum) gekennzeichnet. Neben den gesetzlichen Pflichtangaben kennzeichnet die REWE Group Nachhaltigkeitsaspekte bei ihren Produkten und macht bei vielen Produkten detailliertere Angaben zur Herkunft.

Verwendung von Nachhaltigkeitslabeln

Mit dem PRO PLANET-Prozess verfügt die REWE Group über einen systematischen Ansatz, um Nachhaltigkeitsinformationen transparent und verständlich auf Produkten darzustellen. Auf der zugehörigen PRO PLANET-Webseite stehen weitere Informationen zu den einzelnen Produkten zur Verfügung, die direkt über eine produktspezifische Kennziffer auf dem Label aufgerufen werden können. Das PRO PLANET-Label dient so als Navigationssystem für den Verbraucher (für eine Übersicht der Anteile dieser Produkte im Sortiment und eine Erläuterung des PRO PLANET-Prozesses siehe GRI FP2: Bio und PRO PLANET und GRI 204: Nachhaltigere Sortimente).

Darüber hinaus verwendet die REWE Group anerkannte externe Labels für die Kennzeichnung ihrer Eigenmarken und führt Markenprodukte mit diesen Labels in ihrem Sortiment. Dazu zählen etwa der Blaue Engel, Fairtrade, Forest Stewardship Council (FSC®), Programme for the Endorsement of Forest Certification Schemes (PEFC™), Rainforest Alliance, Lebensmittel ohne Gentechnik e.V. (VLOG), Marine Stewardship Council (MSC), Aquaculture Stewardship Council (ASC), GGN – zertifizierte Aquakultur (Global G.A.P.) und UTZ. Außerdem werden Bio- und Regionalprodukte gesondert ausgewiesen. Nahezu alle Frischfischtheken der REWE-Märkte sind seit 2009 nach dem Marine Stewardship Council (MSC) und seit 2012 nach dem Aquaculture Stewardship Council (ASC) zertifiziert.

Damit Verbraucher trotz der Vielfalt an Labeln eine informierte Kaufentscheidung treffen können, haben REWE und PENNY die wichtigsten Informationen zu verwendeten Labels und Zertifizierungen auf ihren Webseiten (REWEPENNY) zusammengestellt.

toom Baumarkt hat gemeinsam mit der Verbraucher Initiative e. V. einen Leitfaden für Nachhaltigkeitslabel zusammengestellt. Der Leitfaden soll Kunden Orientierung für einen nachhaltigeren Einkauf geben und erläutert empfehlenswerte Labels, die auf Produkten im Baumarkt zu finden sind. Die Labelauswahl basiert auf Bewertungen des Verbraucherportals label-online.de. Der Leitfaden wird als gedrucktes Faltblatt in den Märkten verteilt und ist online unter toom.de/nachhaltigkeit zum Download verfügbar. 2017 hat toom Baumarkt diesen gemeinsam mit der Verbraucher Initiative aktualisiert und um weitere relevante Labels ergänzt. Bei Non-Food-Waren setzt die REWE Group auf das TÜV-Exklusiv-Siegel, das für die Qualität und Sicherheit der Produkte steht. Jedes zertifizierte Produkt trägt eine individuelle ID-Nummer, über die sich weitere Informationen abrufen lassen. Im Jahr 2017 wurden 531 Produkte neu mit dem Siegel ausgezeichnet, sodass Ende 2017 insgesamt 4.238 Produkte mit dem TÜV-Exklusiv-Siegel zertifiziert wurden.

Um Reisenden, die Wert auf Nachhaltigkeit legen, eine transparente Entscheidungshilfe zu bieten, arbeitet die DER Touristik an einer Strategie zur verständlichen Kennzeichnung nachhaltiger Reiseangebote. In diesem Rahmen wurde die Anzahl der verwendeten Labels in den Katalogen der Reiseveranstalter von 23 auf ein Label reduziert – das Nachhaltigkeitssiegel Travelife. Travelife ist ein branchenweit und international anerkanntes Siegel. Dabei werden Kriterien bewertet wie der sparsame Umgang mit Strom und Wasser, die Reduzierung von Umweltbelastungen, faire Arbeitsbedingungen, Achtung der Menschenrechte und eine enge Zusammenarbeit mit der lokalen Bevölkerung und örtlichen Unternehmen. Im Rahmen des Projekts Green Travel Transformation der Nachhaltigkeitsinitiative Futouris beteiligt sich die DER Touristik darüber hinaus an der Entwicklung einer branchenweit anerkannten einheitlichen Kennzeichnung für nachhaltige Reiseangebote. Ziel des Projekts ist es, das Angebot nachhaltiger Produkte transparent zu gestalten und dadurch für den Kunden und Reisebüromitarbeiter sichtbar und buchbar zu machen. Im Pilottest hat der Reisebürovertrieb der DER Touristik (DER Reisebüro, Derpart und die Mitgliedsbüros der DTPS) seit Herbst 2017 die Kennzeichnung in ihren Reisebüros eingesetzt und so die nachhaltigen Hotelangebote im Angebots- und Vergleichssystem „Bistro-Portal“ sichtbar gemacht.

Transparenz bei Herkunftsangaben

Viele Verbraucher möchten sich darüber informieren, woher die Produkte stammen, die sie einkaufen. Die REWE Group entspricht diesem Wunsch, indem sie beispielsweise die Herkunft ihrer regionalen Produkte auszeichnet und die Angaben bei vielen Produkten nach den Kriterien des Regionalfensters zertifizieren lässt (siehe dazu GRI 204 – 1 Regionalität).

Für Fischprodukte hat die REWE Group im Jahr 2012 einen Tracking-Code für Fisch-Eigenmarkenprodukte eingeführt. Damit kann sich der Kunde auf den Webseiten der Vertriebslinien REWE und PENNY über die Lieferkette des Fischprodukts informieren. Auch die ersten Aquakulturprodukte können so bis auf die Farmregion online zurückverfolgt werden. Insgesamt sind über 80 Fischprodukte mit dem Tracking-Code ausgestattet. Das entspricht einem Anteil von 81 Prozent.

Seit 2014 wird auf den Eigenmarkenprodukten von PENNY und REWE der Hersteller als Inverkehrbringer genannt. Für den Kunden bedeutet dies eine größere Transparenz in der Lieferkette. Nur in wenigen Ausnahmen wird die REWE Group weiterhin als Inverkehrbringer genannt, beispielsweise bei Produkten der Marke Feine Welt, die von kleinen Lieferanten stammen.

GRI 417-3: Verstöße gegen Vorschriften oder freiwillige Verhaltensregeln bzgl. Werbung

Bei der Gestaltung der Werbung hält sich die REWE Group grundsätzlich an die Gesetzgebung sowie an ethische und kulturelle Standards. Sie verzichtet ausdrücklich auf sexistische, diskriminierende, politische, pornografische, extremistische und gewaltverherrlichende Werbung. Wahrheit, Klarheit und Transparenz sind dabei die grundlegenden Prinzipien. Darüber hinaus gelten die von der REWE Group entwickelten, unternehmensweit gültigen Verhaltenskodizes, Richt- und Leitlinien ebenso wie Vorschriften der nationalen Werberäte. Die Kommunikation von Nachhaltigkeit setzt ein besonderes Maß an Glaubwürdigkeit voraus. Die REWE Group verpflichtet sich in ihrer Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften explizit zur Einhaltung geltender verbraucherschützender Vorschriften sowie angemessener Vertriebs-, Marketing- und Informationspraktiken gegenüber dem Verbraucher. Um dies auch in der Gestaltung von Werbemaßnahmen zu berücksichtigen, werden diese vor Veröffentlichung von der Nachhaltigkeitsabteilung freigegeben.

Im Berichtszeitraum 2017 wurden keine wesentlichen Verstöße bekannt.

Weitere Themen aus diesem Bereich:

GRI 102-11

Risiko­management

GRI 204

Nachhaltigere Sortimente

GRI 204-1

Regionalität

GRI 204-FP1

Rohstoffe

GRI 204-FP2

Bio und PRO PLANET

GRI 301

Materialien und Verpackungen

GRI 304

Biodiversität

GRI 308

Ökologische Standards in der Lieferkette

GRI 412, 414

Soziale Standards in der Lieferkette

GRI 416

Kundengesundheit und -sicherheit

FP10

Tierwohl