REWE Group-Nachhaltigkeitsbericht 2017

Klimaschutz

GRI 305: EmissionenManagementansatz

Die REWE Group ist sich ihrer Verantwortung für das Klima bewusst: Ein Großteil der weltweiten CO2-Emissionen entsteht bei der Herstellung und dem Konsum von Produkten sowie bei der Bereitstellung von Dienstleistungen. Daher haben die Einsparung von Energie und die Vermeidung klimaschädigender Emissionen eine hohe Bedeutung für die REWE Group, welche vor dem Hintergrund steigender Energiepreise weiter zunimmt. Herausforderungen für die Zukunft liegen für die REWE Group insbesondere in der Senkung des Energieverbrauchs bei gleichzeitig steigenden Anforderungen im Bereich Frische und Convenience, welche mehr Transporte und mehr Kühlung erfordern.

Das Klimaziel der REWE Group

Es ist das erklärte Ziel der REWE Group, einen messbaren Beitrag zum Klima- und Ressourcenschutz zu leisten beziehungsweise die Belastungen für Klima und Umwelt so gering wie möglich zu halten. Dies ist auch in der Leitlinie für Nachhaltiges Wirtschaften der REWE Group fest verankert.

Bereits im Jahr 2009 hatte die REWE Group das erste Klimaziel für sich definiert. Aufgrund positiver Entwicklung wurde das Ziel im Sommer 2013 vorzeitig erreicht und nochmals erhöht. Es lautet nun:

  • Die REWE Group hat das Ziel, ihre Treibhausgasemissionen pro Quadratmeter Verkaufsfläche bis 2022 gegenüber 2006 zu halbieren.

Die absoluten Treibhausgasemissionen für Deutschland und Österreich sanken von 2,37 Mio. Tonnen im Basisjahr 2006 auf rund 2,1 Mio. Tonnen für das Jahr 2017. Dies entspricht einem Rückgang von 12 Prozent. Die spezifischen Treibhausgasemissionen (Einheit: CO2-Äquivalente pro Quadratmeter Verkaufsfläche) sind in diesem Zeitraum um 40,3 Prozent gesunken (siehe Grafik). Damit befindet sich die REWE Group auf einem guten Weg, die Halbierung der spezifischen THG-Emissionen bis zum Jahr 2022 zu erreichen. Neben dem übergeordneten Klimaziel hat die REWE Group zwei KPIs mit entsprechenden Zielen definiert:

  • KPI 1: Senkung des Stromverbrauchs je Quadratmeter Verkaufsfläche (in kWh/m2) zwischen 2012 und 2022 um 7,5 Prozent (siehe dazu auch GRI 302: Energie)
    • Status 2017: Zwischen 2012 und 2017 konnte das Unternehmen den spezifischen Stromverbrauch für Deutschland und Österreich um 6,6 Prozent senken.
  • KPI 2: Reduzierung der kältemittelbedingten Treibhausgasemissionen je Quadratmeter Verkaufsfläche (in kg CO2-Äquivalente/m2) zwischen 2012 und 2022 um 35 Prozent (siehe dazu das  Kapitel Kältemittel weiter unten)
    • Status 2017: Zwischen 2012 und 2017 konnte das Unternehmen die kältemittelbedingten Treibhausgasemissionen je Quadratmeter Verkaufsfläche für Deutschland und Österreich um 27,9 Prozent senken.

Die KPIs setzen bei den Aktivitäten im Bereich Energie, Klima und Umwelt an, die für wesentliche Verbräuche stehen und bei denen die REWE Group durch eigene Maßnahmen eine direkte Wirkung erzielen kann: Energieeffizienz (Kühlung und Beleuchtung) und kältemittelbedingte Treibhausgasemissionen. Die Ziele sind für alle Vertriebslinien und Holding-Bereiche in Deutschland und Österreich durch verpflichtende Vorgaben konkretisiert und verankert. Die zur Zielerreichung notwendigen Investitionen in neue Technik und Verfahren werden durch die Vertriebslinien und Holding-Bereiche verabschiedet.

Klimabilanz

Um die Fortschritte zur Erreichung des Klimaziels zu dokumentieren und ein Monitoring der ergriffenen Reduktionsmaßnahmen zu ermöglichen, lässt die REWE Group seit 2009 jährlich eine Klimabilanz von unabhängigen Experten erstellen. Im Berichtszeitraum wurde diese für Deutschland von der INFRAS AG und für Österreich vom Österreichischen Umweltbundesamt GmbH durchgeführt. Die Ergebnisse der Klimabilanz zeigen neben den erzielten Einsparungen auch die grundsätzlichen Hebel, über die das Unternehmen verfügt. Größte Verursacher sind demnach der Verbrauch von Strom und Wärme sowie die in den Kühlanlagen eingesetzten Kältemittel (für Informationen zu den energiebezogenen Maßnahmen siehe GRI 302: Energie).

Die Treibhausgasemissionen wurden in Übereinstimmung mit dem GHG Protocol berechnet. Für die Ermittlung der CO2-Äquivalent-Emissionsfaktoren wurden wie in den Vorjahren Daten aus dem Stoffstromanalyse-Modell GEMIS, dem Transport-Emissionsmodell TREMOD und der Lebenszyklus-Analyse-Datenbank Ecoinvent verwendet.

Alternative Energien

Bereits Anfang 2008 erfolgte die Umstellung des Stromeinkaufs für Märkte, Lager und Reisebüros in Deutschland und Österreich auf zertifizierten Grünstrom. Dieser wird über die Hamburger Energie-Handels-Gesellschaft (EHA), eine 100-prozentige Unternehmenstochter der REWE Group, bezogen. Der Grünstrom der REWE Group Deutschland erfüllt die Anforderung des TÜV SÜD gemäß Label EE01. Entsprechend der Konvention des deutschen Umweltbundesamtes zur Anrechnung von Grünstrom, mit der der Ausbau regenerativ erzeugten Stroms gefördert werden soll, rechnet sich die REWE Group bei der Bilanzierung ihrer Treibhausgasemissionen nun den Anteil an Neuanlagen gemäß dem Label EE01 emissionsmindernd an (circa 25 Prozent).

2017 stammte der Grünstrom zu 82 Prozent aus Wasserkraft, zu 15 Prozent aus Windkraft und zu 3 Prozent aus Photovoltaik.

Darüber hinaus setzt die REWE Group Photovoltaik und andere regenerative Erzeugungsarten zur Energieversorgung ein. Photovoltaik-Anlagen kommen bei Verwaltungsstandorten, Lagern und bei geeigneten Standorten auch auf Märkten (insbesondere Green Building-Märkten) zum Einsatz. Ende 2017 betrieb die REWE Group an insgesamt 46 Standorten Photovoltaik-Anlagen in Deutschland mit einer potenziellen Anlagenleistung von 17.700 kWp.

Kältemittel

Die Treibhausgasemissionen von Kühlanlagen hängen vor allem von den verwendeten Kältemitteln ab. Für diesen Bereich hat die REWE Group daher einen eigenen KPI definiert:

KPI 2: Reduzierung der kältemittelbedingten Treibhausgasemissionen je Quadratmeter Verkaufsfläche um 35 Prozent bis 2022 gegenüber 2012.

Bis zum Jahr 2017 konnte eine Reduzierung um 27,9 Prozent erreicht werden. Der leichte Anstieg der kältemittelbedingten Treibhausgasemissionen im Vergleich zu 2016 ist überwiegend auf zwei Leckagefälle zurückzuführen.

Um die Emissionen zu reduzieren, hat die REWE Group früh beschlossen, möglichst klimaschonendere Kältemittel einzusetzen. Das sind Kältemittel mit einem geringeren Treibhausgaspotenzial und damit zunehmend auch natürliche Kältemittel wie Propan oder CO2.

  • GRI 305-1: Direkte Treibhausgasemissionen (Scope 1)
  • GRI 305-2: Indirekte energiebezogene Treibhausgasemissionen (Scope 2)
  • GRI 305-3: Weitere indirekte THG-Emissionen (Scope 3)

Treibhausgasemissionen Scope 1–3 (Tonnen CO2-Äquivalente)1

2006 2015 2016 2017 Veränderung 2006–2017
GRI 305-1: Direkte Treibhausgasemissionen (Scope 1) 760.214 664.693 669.433 695.992 -8,0 %
GRI 305-2: Indirekte energiebezogene Treibhausgasemissionen (Scope 2) 1.343.056 1.113.419 1.092.132 1.066.751 -21,0 %
GRI 305-3: Weitere indirekte Treibhausgasemissionen (Scope 3)1 270.607 342.246 348.105 332.629 +23,0 %
Treibhausgasemissionen insgesamt2 2.373.876 2.119.858 2.109.671 2.095.936 -12,0 %
Treibhausgasemissionen Scope 1–3 (Tonnen CO₂-Äquivalente)¹
2006 2015 2016 2017
GRI 305-3: Weitere indirekte Treibhausgasemissionen (Scope 3)¹ 270607 342246 348105 332629
GRI 305-2: Indirekte energiebezogene Treibhausgasemissionen (Scope 2) 1343056 1113419 1092132 1066751
GRI 305-1: Direkte Treibhausgasemissionen (Scope 1) 760214 664693 669433 695992

Geltungsbereich: Unternehmen der REWE Group in Deutschland und Österreich inklusive Partnerkaufleuten. Nicht berücksichtigt wurden Einheiten, die im Berichtszeitraum bezogen auf den Geltungsbereich aus der REWE Group ausgeschieden sind.

1 Der Grünstrom für Unternehmen der REWE Group in Deutschland erfüllt die Anforderung des TÜV SÜD gemäß Label EE01. Entsprechend der Konvention des deutschen Umweltbundesamtes zur Anrechnung von Grünstrom, mit der der Ausbau regenerativ erzeugten Stroms gefördert werden soll, rechnet sich die REWE Group bei der Bilanzierung ihrer Treibhausgasemissionen nur den Anteil an Neuanlagen gemäß dem Label EE01 emissionsmindernd an (circa 25 Prozent).

2 Für die Berechnung der Treibhausgasemissionen wurden neu veröffentlichte Emissionsfaktoren herangezogen. Dadurch haben sich die Werte der Treibhausgasemissionen für 2016 gegenüber dem vorherigen Bericht verschlechtert.

GRI 305-4: Intensität der Treibhausgasemissionen

Sowohl die absoluten als auch die spezifischen Treibhausgasemissionen (je Quadratmeter Verkaufsfläche) der REWE Group sind über den Berichtszeitraum gesunken. Die spezifischen Treibhausgasemissionen lagen 2017 bei 209 Kilogramm CO₂-Äquivalenten je Quadratmeter. Im Vergleich zum Basisjahr 2006 konnten die spezifischen Treibhausgasemissionen im Jahr 2017 um 40,3 Prozent reduziert werden. Die Berechnung der Emissionsintensität umfasst direkte, indirekte energiebezogene und weitere indirekte Emissionen (Scope 1, 2 und 3).

Treibhausgasemissionen¹

Einheit 2006 2015 2016 2017
Absolute Treibhausgasemissionen t CO2-Äquivalente 2.373.876 2.119.858 2.109.671 2.095.936
Spezifische Treibhausgasemissionen je Quadratmeter Verkaufsfläche kg CO2-Äquivalente/m2 350 222 219 209
Erzielte Einsparungen der spezifischen Treibhausgasemissionen gegenüber Basisjahr 2006 % -36,6 % -37,4 % -40,3 %

Geltungsbereich: Unternehmen der REWE Group in Deutschland und Österreich inklusive Partnerkaufleuten. Nicht berücksichtigt wurden Einheiten, die im Berichtszeitraum bezogen auf den Geltungsbereich aus der REWE Group ausgeschieden sind.

1 Der Grünstrom für Unternehmen der REWE Group in Deutschland erfüllt die Anforderung des TÜV SÜD gemäß Label EE01. Entsprechend der Konvention des deutschen Umweltbundesamtes zur Anrechnung von Grünstrom, mit der der Ausbau regenerativ erzeugten Stroms gefördert werden soll, rechnet sich die REWE Group bei der Bilanzierung ihrer Treibhausgasemissionen nur den Anteil an Neuanlagen gemäß dem Label EE01 emissionsmindernd an (circa 25 Prozent).

2 Für die Berechnung der Treibhausgasemissionen wurden neu veröffentlichte Emissionsfaktoren herangezogen. Dadurch haben sich die Werte der Treibhausgasemissionen für 2016 gegenüber dem vorherigen Bericht verschlechtert.

Die Treibhausgasemissionen der REWE Group setzen sich 2017 wie folgt zusammen:

Anteil Treibhausgasemissionen nach Verursachergruppen (Scope 1–3) 2017
Strom 50.3%
Wärme 13.0%
Kältemittel 12.7%
Logistik 12.2%
Dienstreisen 2.8%
Papier 9.1%
in %

Geltungsbereich: Unternehmen der REWE Group in Deutschland und Österreich inklusive Partnerkaufleuten. Nicht berücksichtigt wurden Einheiten, die im Berichtszeitraum bezogen auf den Geltungsbereich aus der REWE Group ausgeschieden sind: Rothermel.

GRI 305-5: Senkung der Treibhausgasemissionen

Die REWE Group hat diverse Maßnahmen zur Einsparung von Strom ergriffen, die zu einer Verringerung der Treibhausgasemissionen führen. Aufgrund dieser Maßnahmen konnten 2017 etwa 23.800 Tonnen CO2-Äquivalente eingespart werden.

Maßnahmen zur Verringerung der CO₂-Emissionen¹

Maßnahmen Einsparung CO2-Äquivalente (t)
2015 2016 2017
Beleuchtung
Umrüstung der Beleuchtung auf LED, Optimierung Lichtsteuerung, Reduzierung von Einschaltzeiten
2.725 8.432 16.874
Kühlung
z.B. Verglasung der Mopro-Regale bzw. Türen an TK-Schränken, Nachrüstung Glastüren, Optimierung/Erneuerung der Anlagentechnik, Austausch Kälteanlage, energieeffiziente Truhen
4.767 3.608 6.169
Verbesserung der Technik sonstiger Anlagen, Lüftungsanlagen und IT-Infrastruktur 224 23 818
Gesamt 7.716 12.062 23.861

Geltungsbereich: REWE Group inklusive Partnerkaufleuten. Nicht berücksichtigt wurden Einheiten, die im Berichtszeitraum bezogen auf den Geltungsbereich aus der REWE Group ausgeschieden sind.

1 Grundlage für die Berechnung sind die für GRI 302-4 erhobenen Initiativen zur Einsparung von Strom

GRI 305-6: Emissionen Ozon abbauender Substanzen (ODS)

Die REWE Group hat in den vergangenen Jahren den Einsatz Ozon abbauender Kältemittel konsequent reduziert – seit 2006 um rund 99 Prozent. Dies ist vor allem auf die gesetzlich vorgeschriebene Umstellung des Kältemittels R22 auf nicht Ozon abbauende Kältemittel zurückzuführen. 2017 lag der Wert der Emissionen aus Ozon abbauenden Stoffen aus nachgefüllten Kältemitteln bei 10 Kilogramm FCKW-11-Äquivalenten.

Emissionen von Ozon abbauenden Stoffen nach Gewicht (kg)

Einheit 2015 2016 2017
Emissionen Ozon abbauender Stoffe aus nachgefüllten Kältemitteln gesamt kg FCKW-11-Äquivalente 12 10 10

Geltungsbereich: Unternehmen der REWE Group in Deutschland und Österreich inklusive Partnerkaufleuten. Nicht berücksichtigt wurden Einheiten, die im Berichtszeitraum bezogen auf den Geltungsbereich aus der REWE Group ausgeschieden sind.

GRI 305-7: Stickstoffoxide (NOx), Schwefeloxide (SOx) und andere signifikante Luftemissionen

Die Luftschadstoffe, die auf die Geschäftstätigkeit der REWE Group zurückzuführen sind, entstehen vorrangig in den vorgelagerten Verbrennungs- und Produktionsprozessen zur Herstellung von Strom, Wärme und Papier. Darüber hinaus sind es die Emissionen aus Kältemitteln, der Logistik und Dienstreisen, die sich auf die Luftemissionen auswirken.

Luftschadstoffemissionen inklusive Vorketten (t)

2015 2016 2017
NOx 2.889 2.799 2.749
SOx 1.575 1.614 1.581
Feinstaub (Partikel<10 µm) 221 214 191
Non Methane Volatile Organic Compounds 412 417 427

Geltungsbereich: Unternehmen der REWE Group in Deutschland und Österreich inklusive Partnerkaufleuten. Nicht berücksichtigt wurden Einheiten, die im Berichtszeitraum bezogen auf den Geltungsbereich aus der REWE Group ausgeschieden sind.

Weitere Themen aus diesem Bereich:

GRI 302

Energie

GRI 303

Wasser

GRI 306

Abfall

RG 1

Green Building